Spenderrückstellung für Reisende aus Nordamerika
Blutspender, die sich in den Monaten Juni bis November auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgehalten haben, werden für 4 Wochen von der Blutspende zurückgestellt.
Das West-Nil-Virus (WNV) wurde 1937 erstmals im Blut eines Patienten im West-Nil-Distrikt in Uganda entdeckt. Es wird der Gruppe der Flaviviren zugeordnet, zu der auch die Erreger von Gelbfieber und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gehören.
Die Viren werden durch Mücken von infizierten Tieren (Vögeln) auf den Menschen übertragen. Die Infektion verläuft meistens ohne Krankheitszeichen oder nur mit leichtem Fieber. In etwa 1% der Fälle verursacht sie jedoch eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis (Hirnentzündung), die dann schwer oder sogar tödlich verlaufen können.
Größere Epidemien sind bereits in vielen Teilen der Welt aufgetreten. Im Jahr 1999 wurde das Virus erstmals in Nordamerika nachgewiesen. Seitdem hat es sich dort schnell verbreitet und 2002 in den USA zu fast 300 Todesfällen geführt. Erkrankungsfälle wurden jedoch nur in den warmen Sommermonaten beobachtet.
Es ist zu erwarten, daß die Erkrankungshäufigkeit in Nordamerika noch zunehmen wird. Da der Erreger auch durch Blutkonserven übertragbar ist, werden Blutspender, die sich in den Monaten Juni bis November auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgehalten haben, für 4 Wochen von der Blutspende zurückgestellt.
- Weitere Informationen:
- WNV-Information der amerikanischen Gesundheitsbehörde

