Thrombozyten: unverzichtbar für die Blutgerinnung

Thrombozyten, auch als Blutplättchen bezeichnet, sind die Blutzellen, die als erste an Ort und Stelle sind, um eine blutende Wunde zu verschließen.

Was sind Thrombozyten?

Thrombozyten sind kleine, kernlose Blutzellen, die im Knochenmark produziert werden und die unverzichtbar sind, um eine Blutung zu stillen. Bei Bedarf können sich die Blutplättchen aneinander heften, sodass sie einen Pfropf bilden, der eine Verletzung an einer Gefäßwand verschließt und dadurch die Blutung zum Stillstand bringt. Voraussetzung dafür ist, dass der verletzte Mensch über genügend Plättchen in seinem Blut verfügt. Als gesunder Erwachsener besitzen Sie zwischen 150.000 und 350.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut. Im menschlichen Kreislauf überleben die Plättchen bis zu zwölf Tage lang. In einer Blutkonserve müssen sie spätestens nach vier Tagen transfundiert (an einen Empfänger übertragen) werden.

Wozu brauche ich Thrombozyten?

Ohne Thrombozyten würde die kleinste Verletzung eines Blutgefäßes eine gefährliche Blutung auslösen. Wenn der Anteil der Blutplättchen im Blut überdurchschnittlich sinkt, produziert der Körper zu wenige Thrombozyten oder er verbraucht zu viele davon. Das kann unter anderem folgende Ursachen haben:

  • schwere Infektion (ansteckende Erkrankung), bei deren Bekämpfung der Körper besonders viele Plättchen braucht. Dazu zählen etwa:
    • Malaria
    • Ringelröteln
    • Epstein-Barr-Virus
    • Denguefieber

Ist die Erkrankung überstanden, normalisiert sich die Zahl der Thrombozyten bei den meisten Betroffenen schnell. Sinkt die Plättchenzahl zu stark, können wir dem betroffenen Patienten mit der Übertragung (Transfusion) gespendeter Plättchen helfen.

  • mechanische Schädigung der Plättchen infolge einer Operation am offenen Herzen (nach Benutzung der Herz-Lungen-Maschine)

Darüber hinaus erhöht sich der Verbrauch an Blutplättchen in folgenden Situationen:

  • Antikörperbildung gegen Thrombozyten, zum Beispiel wenn sich mütterliche Antikörper gegen kindliche Thrombozyten bei Neugeborenen oder noch ungeborenen Kindern bilden (Alloimmun-Thrombozytopenie). In diesem Fall können wir den Betroffenen mit einer Plättchentransfusion während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt helfen
  • Störung der Gerinnung etwa
    • nach einem Schock
    • bei einer Sepsis (schwere Blutvergiftung)
    • bei einer Geburtskomplikation
    • durch ein Schlangengift

Sind die Thrombozyten-Werte zu niedrig, ist schnelle Hilfe gefragt.

Wenn der Organismus nicht genügend Thrombozyten produziert, kann das an einer der folgenden Erkrankungen liegen:

  • Erkrankung des Knochenmarks, zum Beispiel akuter Blutkrebs
  • Schädigung des Knochenmarks, etwa durch
    • Medikamente
    • Gifte
    • Bestrahlung
  • chronische Erkrankung der Leber
  • hämolytisch-urämisches-Syndrom (HUS: Erkrankung der kleinen Blutgefäße, die vor allem kleine Kinder betrifft und zu einem akuten Nierenversagen führen kann)
  • Mangelerscheinungen (Vitamin B12 oder Folsäure)

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