Anti-HBc-Testung und Vertraulicher Selbstausschluss
Mit dem Hepatitis-B-Antikörpertest und einem obligatorischen Verfahren zum Vertraulichen Selbstausschluss führt der Blutspendedienst Hamburg zwei weitere Massnahmen ein, um Blutkonserven noch sicherer zu machen.
Was ist die Anti-HBc-Testung?
Der Anti-HBc-Test weist Abwehrstoffe (Antikörper) nach, die bei einer Form der ansteckenden Leberentzündung (Hepatitis B) gegen ein bestimmtes Merkmal (core-Antigen) der Erreger gerichtet sind.
Wozu dient der Anti-HBc-Test?
Durch diesen Test sollen Blutspender erkannt werden, die sich in der
Vergangenheit eventuell unbemerkt mit dieser Form der Leberentzündung
infiziert haben. Obwohl die Hepatitis B in den meisten Fällen
vollständig ausheilt, bleiben bei einigen Menschen Viren im Körper
zurück, ohne Krankheitszeichen zu verursachen. In sehr seltenen Fällen
könnten diese Menschen als Blutspender die Krankheit übertragen, ohne
in den bisherigen Untersuchungen erkannt zu werden.
Warum wird der Anti-HBc-Test jetzt eingeführt?
Der
Arbeitskreis Blut hat in seinem Votum 31 die zusätzliche Testung
aller Blutspenden auf Anti-HBc empfohlen. Dieses Votum wurde vom
Blutspendedienst Hamburg zeitgleich mit vielen anderen
Blutspendediensten zum 01.02.06 umgesetzt.
Was bedeutet ein positiver Anti-HBc-Test für den
Spender?
Die zur Zeit verfügbaren Anti-HBc-Teste weisen leider eine relativ hohe
Rate an falsch positiven Ergebnissen auf. Ein positives Testergebnis
muss daher immer durch weitere Untersuchungen ergänzt werden. Ergibt
sich hierbei tatsächlich das Bild einer durchgemachten Hepatitis, wird
untersucht, ob ein ausreichender Immunschutz vorhanden ist, um
weiterhin als Blutspender in Frage zu kommen. Anderenfalls
(durchgemachte Hepatitis ohne ausreichende Abwehrkörper) muss
der Blutspender ausscheiden, da nicht sicher ausgeschlossen werden
kann, dass noch Viren im Körper vorhanden sind.
Was ist der vertrauliche Selbstausschluss?
Der vertrauliche Selbstausschluss ist ein Verfahren, mit dem ein Blutspender den Blutspendedienst vertraulich auffordern kann, seine Blutspende nicht zu verwenden.
Wozu dient der vertrauliche Selbstausschluss?
Durch den vertraulichen Selbstausschluss sollen Blutspenden gesperrt
werden, deren Spender zwar von möglichen Risikofaktoren wussten, diese
aber vor der Spende nicht angegeben haben, weil sie zum Beispiel mit
ihrem Partner oder in einer größeren Gruppe zur Spende gekommen
sind.
Warum wird der vertrauliche Selbstausschluss jetzt
eingeführt?
Schon immer konnten Blutspender im Blutspendedienst Hamburg ihre Spende
z. B. telefonisch auch nachträglich sperren lassen. Nach den aktuellen
Richtlinien der Bundesärztekammer dürfen Blutspenden jedoch nur noch
dann freigegeben werden, wenn der Blutspender ihre Verwendbarkeit
ausdrücklich in einem vertraulichen Verfahren bestätigt hat.

